Tonstudiobau in Afrika / Tansania

Kasulu1

Tulijenga musicstudio katika Kasuluni.
Im August 2014 halfen wir, Steffen Burkhardt und Michael Stadler, beim Errichten eines Tonstudios in Kasulu, Tansania.
Dies Projekt zur beruflichen und sozialen Förderung Jugendlicher wurde durch den Freundeskreis Nyumbigwa e.V. initiert und vom Verein mit unserer Mithilfe ausgeführt.

In diesem Studio sollen in nächster Zeit vor allem Chöre der Diocese of Western Tanganyka (DWT) produziert werden, diese Chöre bestehen aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen und haben meist eine Begleitband, bestehend aus Keyboards, Gitarre und Bass.

Die Schwierigkeit bei diesem Projekt war die exakte Vorplanung. Das Material musste ca. ein halbes Jahr vorher in Holzkisten verpackt werden und wurde per Schiff im Container nach Tansania geschickt. Fehlendes Material konnte nicht einfach nachgekauft werden.

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Insgesamt war viel Improvisationstalent gefragt, ein fehlender Silikonkleber beispielsweise konnte bis drei Leute einen halben Tag lang beschäftigen, fehlende M3-Schrauben mit 10mm Länge wurden nach einer mehrstündigen erfolglosen Odysee über den Markt schließlich aus einem alten Radio ausgebaut und recycelt.

Es wurde von uns darauf Wert gelegt, die meisten anfallenden Arbeiten von ortsansässigen Handwerken ausführen zu lassen. Dies war auch für uns eine interessante Zusammenarbeit, die uns die afrikanische Lebens- und Arbeitsweise näherbrachte:

Wir erstellten für einen Schreiner eine technische Zeichnung für ein Studiorack, um die 19″ Geräte darin zu befestigen. Wir sprachen die Maße nochmals gemeinsam durch und betonten die Wichtigkeit der Passgenauigkeit, wir hatten nur maximal 2mm Spiel. Am Tag darauf kam der Schreiner freudestrahlend und überbrachte uns das fertiggestellte Studiomöbel, allerdings ca. 5 cm zu breit. Er meinte, er habe es sicherheitshalber etwas größer gebaut als auf unserer Zeichnung. Keines der Geräte ließ sich befestigen, die Öffnung für die Geräte war viel breiter als die Geräte selbst. Also – das Ganze nochmals erklärt, ein 19″ Gerät hingehalten und gezeigt, er müsse nun links und rechts mit je 26mm auffüttern. Am nächsten Tag kam nun das ersehnte Studiorack wieder. Der Handwerker hatte nun ca. 30mm je Seite aufgefüttert. Keines der Geräte passte. Nun war die Öffnung zu eng. Wir dachten, jetzt müssen wir wieder einen Tag warten, aber nein – er ging zum Auto und kam mit einem Hammer und einer Axt wieder und schlug und hämmerte auf unser Studiorack ein. Wir sahen das gute Stück aus tropischem Hartholz schon zersplittern, aber am Ende passte dann alles und das Rack sah aus, wie ein Designerstück, neu aus dem Laden.

Studiorack_Kasulu